Ein Ja zur Liebe

Die Haare sind ein wenig grau. Unter ihrer Haube verborgen trägt die Frau sie zusammengerollt. Um ihren Hals hängt ein großes Kreuz. Ein Zeichen für eine Entscheidung, für tiefes Vertrauen – und vielleicht auch für ein großes Ja. Ich stelle mir vor, es sagt:

Ja. Ich glaube. Ich glaube an das Gute, an die Hoffnung und allen voran an die Liebe.


Dieses Bild entsteht in mir, wenn ich alte Fotografien des Kurhauses Bad Bocklet betrachte. Ich stelle mir die Ordensschwestern vor, die über viele Jahrzehnte durch die Räume dieses Hauses gegangen sind. Mit ihrem manchmal eiligen Schritt, wenn ein Gast ihre Hilfe brauchte. Wenn Fürsorge gefragt war, ein offenes Ohr oder ein tröstendes Wort.


Und dann sehe ich sie wieder ganz still, in sich gekehrt, auf dem Weg zur hauseigenen Kapelle. Einen Moment innehalten. Beten. Kraft schöpfen. Und anschließend wieder zurückkehren zu den Menschen, die sie brauchten.


Die Winterzeit mit ihren kurzen Tagen und langen Nächten lädt auch uns dazu ein, den Blick auf das zu richten, was im Alltag leicht verloren geht: aufeinander und auf uns selbst zu achten, Zeit miteinander zu verbringen und etwas von uns zu geben.


Schenken bedeutet nicht immer etwas, das man in den Händen halten kann. Manchmal ist es ein freundliches Wort. Ein offenes Ohr. Eine helfende Hand. Oder schlicht die Zeit, die wir einem anderen Menschen schenken. Gemeinschaft entsteht dort, wo Menschen füreinander da sind.


Mehr als 90 Jahre lang haben Ordensschwestern das Leben im Kurhaus Bad Bocklet geprägt. Ihre Geschichte ist untrennbar mit diesem Ort verbunden. Sie haben Verantwortung übernommen, Menschen begleitet und ihren Alltag in den Dienst anderer gestellt.


Heute ist das Kurhaus ein sehr modernes Haus für Gesundheit und ganzheitliches Wohlbefinden.
Saunen. Schwimmbad. Ayurvedische Experten aus Indien. Vieles hat sich verändert. Die Menschen, die hier arbeiten, die Aufgaben und auch die Zeit, in der wir leben. Doch Werte sind zeitlos und tief im Kurhaus Bad Bocklet verwurzelt: Fürsorge. Menschlichkeit. Gesundheit. Und die Bereitschaft, etwas zu geben.


Etwas von der Haltung der Ordensschwestern ist bis heute in den Räumen des Kurhauses geblieben. Nicht als etwas Vergangenes, das wir bewahren müssen. Sondern als eine Haltung, die weiterleben darf.


Ein Ort zu sein, an dem Menschen ankommen dürfen. Ein Ort, an dem Fürsorge spürbar wird. Ein Ort, an dem Gesundheit und innere Ruhe ihren Platz finden.


Und das wünsche ich Ihnen als Erfahrung, wenn Sie das nächste Mal als Gast bei uns verweilen. Wenn Sie dann zur Ruhe kommen, Ihrem Körper mit nahrhaften Mahlzeiten und ganzheitlichen Behandlungen etwas Gutes tun und innerlich wieder etwas stiller werden, dann können Sie vielleicht auch erspüren, was ich beim Betrachten der alten Bilder und Gästebücher empfunden habe:


Ein sanftes, aber klares Ja.
Ein Ja zum Guten.
Ein Ja zur Hoffnung.
Und vor allem: ein Ja zur Liebe.

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